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19. November 2002 | ||||||||||||||||||
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Schweben in der dritten Dimension
UNTERWASSER-RUGBY Bundesliga, Gruppe Süd, 2. Spieltag
"Es sind die Schwerelosigkeit und die Dreidimensionalität des Spielfeldes, die mich am Unterwasser-Rugby so faszinieren", sagt der Würzburger Matthias Schwert, den es beruflich nach München zog und der deshalb für den dortigen Tauchclub aktiv ist. Am Sonntag absolvierten seiner und fünf weitere Klubs im Würzburger Lindleinsmühle-Bad den zweiten Bundesliga-Spieltag. Unterwasser-Rugby ist eine recht junge Disziplin unter den "nassen" Sportarten, die angeblich von britischen Marinetauchern erfunden wurde, um Abwechslung und Spannung in das triste Konditionstraining der Taucher zu bringen. Gespielt wird in zwei Teams mit je sechs Akteuren auf zwei Unterwasser-Körbe, die an den kurzen Seiten des Spielfeldes am Beckenboden stehen. Die Spieler sind mit Flossen, Taucherbrille und Schnorchel ausgerüstet und müssen versuchen, das mit Salzwasser gefüllte Ei in den Korb des Gegners zu legen oder zu werfen. Ungefähr genauso alt wie die Sportart ist die Tauchsportgruppe Würzburg, die seit der Gründung vor 34 Jahren fast immer ein Unterwasser-Rugby-Team ins Wasser schicken konnte. Peter Endres, der Leiter der Wettkampf-Gruppe, taucht nun schon seit 20 Jahren nach dem Ei und weiß, warum Unterwasser-Rugby seit jeher mit Nachwuchssorgen kämpft: "Es ist halt kein zuschauerfreundlicher Sport, deshalb ist er so unbekannt." Wenn der geneigte Beobachter von oben aufs Wasser schaut, kann er vielleicht gerade erahnen, was in den Tiefen gespielt wird - zumal das Ei nicht über Wasser geführt werden darf. Die Zuschauer können das Treiben im besten - und seltenen - Fall durch eine Glaswand oder eine Übertragung auf Leinwand beobachten. Ansonsten bleibt nur die Möglichkeit, selbst in den Gummischnorchel zu beißen und sich ins Wasser zu begeben. "Außerdem ist es schwer, den Nachwuchs bei der Stange zu halten, denn Unterwasser-Rugby ist sehr konditions-aufwändig, dafür aber überhaupt nicht so hart, wie es klingt", sagt Endres. Durch das Wasser würde der Schwung der Bewegungen gebremst, und halten dürfe man nur den Ballführenden. "Wenn der keine Luft mehr hat, muss er das Ei eben loslassen", sagt Endres, der am Sonntag in der Schwimmhalle Lindleinsmühle mit 39 Jahren sein Bundesliga-Debüt feierte. Er sprang für den Tauchclub Bamberg ins Wasser, dessen Reserve mit den Würzburgern in der Landesliga eine Spielgemeinschaft bildet. Der Kontakt entstand durch den Spielertrainer der Bamberger, Oliver Held, der seit einigen Jahren in Würzburg lebt und hier nach eigener Aussage "Unterwasser-Rugby-Entwicklungshilfe" betreiben will. An den Spieltagen treffen sich alle Vereine, um gleich mehrere Partien auszutragen. Beim Unterwasser-Rugby dürfen gemischte Mannschaften ins Wasser, und selbst in der Bundesliga haben die meisten Teams, unter anderem der amtierende deutsche Meister DUC Darmstadt, mindestens eine Spielerin dabei. "Es kann schon mal passieren, dass man eine Frau an der falschen Stelle festhält, aber die Mädels sind da nicht so zimperlich", behauptet Endres. Das Fortbestehen "seines" Unterwasser-Rugbys in Würzburg ist allerdings gefährdet. Denn trainiert wird montags um 20 Uhr im Nautiland, und das soll ja bekanntlich im nächsten Jahr geschlossen werden.
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