Im
Vorjahr war das Team über Rang 7 bei der ?Deutschen? nicht
hinausgekommen.
In den Gruppenspielen traf der TC Bamberg auf den Süd-Dritten STC
München, den West-Ersten DUC Bottrop und den Nord-Zweiten LTV Bremen.
Die Bremer waren gleich der erste Gegner. Obwohl beide Mannschaften
zum ersten Mal aufeinander trafen, war von einem vorsichtigen Abtasten
nichts zu spüren. Schon kurz nach dem Anschwimmen stürmten die
Oberfranken auf das Bremer Tor zu. Zwar wehrten die Hanseaten diesen
ersten Angriff noch ab, doch mit zunehmender Spieldauer wurde die
Dominanz der Bamberger immer deutlicher. Nach einer 4:0-Führung zur
Pause siegte der TCB mit 6:0.
Trotz des Ausfalls eines wichtigen Verteidigers, der sich gegen
Bremen eine Rippenprellung zugezogen hatte, bot Bamberg im zweiten
Match den körperlich starken Bottropern lange Paroli. Doch bedingt
durch die geschwächte Abwehr unterlag das Team mit 1:4 (1:3). Im
letzten Gruppenspiel wartete der STC München, der nach der Niederlage
gegen Bremen nun seine wahre Stärke zeigen wollte und prompt mit 1:0
in Führung ging. Durch den Rückstand wachgerüttelt, erzielte
Bamberg zwar umgehend den Ausgleich, hatte sich zur Pause aber noch
nicht selbst in Führung gebracht (2:2). Der Vorsatz für die zweite Hälfte
lautete, den Spielaufbau des STCs im Ansatz besser zu stören. Diese
Taktik führte zum Erfolg, denn nun fingen die Bamberger die meisten
Konter bereits im Mittelfeld ab und drängten die Münchner ständig
in die Defensive. Die Folge war ein 6:2-Erfolg. Damit ging Bamberg als
Gruppenzweiter hinter Bottrop in die Finalrunde.
Im Halbfinale trafen die Bamberger auf den TC Submarin Pößneck,
der nach einem überraschenden 1:0-Sieg über den Titelfavoriten BUR
Berlin den ersten Platz in der Gruppe B belegt und in der
Bundesliga-Saison gegen den TCB zweimal 1:1 gespielt hatte. Die
Oberfranken hatten erwartungsgemäß mehr Spielanteile in der
gegnerischen Hälfte, da die Thüringer ehr defensiv orientiert waren.
Höhepunkt der ersten Halbzeit war ein Strafstoß gegen Bamberg wegen
Verkeilens des Torwarts. Doch der eingewechselte Lukas Tadda entriss
bei der zweiten Attacke innerhalb der 45 Sekunden Angriffszeit dem Pößnecker
Nationalspieler den Ball und brachte diesen an die Oberfläche, womit
der Strafstoß erfolgreich abgewehrt war. Damit blieb es beim 0:0.
Auch nach der Pause zeigten beide Teams Unterwasserrugby auf höchstem
Niveau. Keine Mannschaft ließ dem Gegner eine Torchance, und so ging
es nach Ende der regulären 30 Minuten in die Sudden-Death-Verlängerung.
Erst nach 13:25 Minuten erlöste Andreas Weißenberger die Bamberger
und warf bei einer schönen Einzelaktion das Golden Goal.
Im Endspiel traf der TC auf den Vorjahres-Vizemeister Berlin, der
sich im zweiten Halbfinale mit 1:0 gegen Bottrop behauptet hatte.
Erneut war der Gegner sehr defensiv eingestellt. Besser noch als die Pößnecker
verstanden es die Berliner, ihr Tor trotz lange anhaltender Attacken
der offensiven Bamberger zu verteidigen. Im Gegenzug offenbarten die
mit Nationalspielern gespickten Hauptstädter ihre große Konterstärke.
So war es nicht verwunderlich, dass das erfahrene BUR-Team schnell
einen Fehler in der Bamberger Verteidigung zum 1:0 nutzte. Trotz
mehrerer guter Angriffe fand der TCB kein passendes Mittel gegen das
Berliner Bollwerk. Stattdessen fiel das vorentscheidende 2:0 kurz vor
der Pause. Letztlich siegte BUR Berlin mit 3:0 und holte so nach drei
Vizemeisterschaften in Folge nun erstmals den Titel.
Für den Tauchclub Bamberg ist der Gewinn des Vizemeisterschaft der
Lohn für die starke Jugendarbeit der letzten Jahre. Mit Lukas Tadda
(21 Jahre) und Andreas Weißenberger (20), die sich bei dieser DM für
den nächsten Sichtungslehrgang des Nationalkaders empfohlen haben,
haben zwei junge Akteure wesentlich zum Bamberger Erfolg beigetragen.
Auf Grund der schwierigen Trainingssituation ist die Jugendarbeit aber
mit hohem Aufwand verbunden. Da dem Tauchclub nur ein 90-minütiges
Training im Bamberger Hallenbad am Sonntagmorgen um 7.30 Uhr
zugestanden wird, sind die Spieler darauf angewiesen, unter der Woche
zum Abendtraining anderer Mannschaften nach Nürnberg oder Würzburg
zu fahren, was hohe Fahrtkosten und viel Zeit in Anspruch nimmt.
Bei den deutschen Jungend- und Juniorenmeisterschaften in zwei
Wochen ist der TC Bamberg in den Altersklassen U18 und U21 gemeldet.