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08.05.2004

Tauchclub ist deutscher Vizemeister

Unterwasserrugby: Bamberg als Außenseiter überraschend im Finale
 
In seiner bisher besten Saison hat der Tauchclub Bamberg die eigenen Erwartungen um Längen übertroffen. Nach dem erstmaligen Gewinn der süddeutschen Meisterschaft im Unterwasserrugby haben die Bamberger nun bei den deutschen Titelkämpfen in Karlsruhe den zweiten Platz erreicht. Im Vorjahr war das Team über Rang 7 bei der ?Deutschen? nicht hinausgekommen.

In den Gruppenspielen traf der TC Bamberg auf den Süd-Dritten STC München, den West-Ersten DUC Bottrop und den Nord-Zweiten LTV Bremen. Die Bremer waren gleich der erste Gegner. Obwohl beide Mannschaften zum ersten Mal aufeinander trafen, war von einem vorsichtigen Abtasten nichts zu spüren. Schon kurz nach dem Anschwimmen stürmten die Oberfranken auf das Bremer Tor zu. Zwar wehrten die Hanseaten diesen ersten Angriff noch ab, doch mit zunehmender Spieldauer wurde die Dominanz der Bamberger immer deutlicher. Nach einer 4:0-Führung zur Pause siegte der TCB mit 6:0.

Trotz des Ausfalls eines wichtigen Verteidigers, der sich gegen Bremen eine Rippenprellung zugezogen hatte, bot Bamberg im zweiten Match den körperlich starken Bottropern lange Paroli. Doch bedingt durch die geschwächte Abwehr unterlag das Team mit 1:4 (1:3). Im letzten Gruppenspiel wartete der STC München, der nach der Niederlage gegen Bremen nun seine wahre Stärke zeigen wollte und prompt mit 1:0 in Führung ging. Durch den Rückstand wachgerüttelt, erzielte Bamberg zwar umgehend den Ausgleich, hatte sich zur Pause aber noch nicht selbst in Führung gebracht (2:2). Der Vorsatz für die zweite Hälfte lautete, den Spielaufbau des STCs im Ansatz besser zu stören. Diese Taktik führte zum Erfolg, denn nun fingen die Bamberger die meisten Konter bereits im Mittelfeld ab und drängten die Münchner ständig in die Defensive. Die Folge war ein 6:2-Erfolg. Damit ging Bamberg als Gruppenzweiter hinter Bottrop in die Finalrunde.

Im Halbfinale trafen die Bamberger auf den TC Submarin Pößneck, der nach einem überraschenden 1:0-Sieg über den Titelfavoriten BUR Berlin den ersten Platz in der Gruppe B belegt und in der Bundesliga-Saison gegen den TCB zweimal 1:1 gespielt hatte. Die Oberfranken hatten erwartungsgemäß mehr Spielanteile in der gegnerischen Hälfte, da die Thüringer ehr defensiv orientiert waren. Höhepunkt der ersten Halbzeit war ein Strafstoß gegen Bamberg wegen Verkeilens des Torwarts. Doch der eingewechselte Lukas Tadda entriss bei der zweiten Attacke innerhalb der 45 Sekunden Angriffszeit dem Pößnecker Nationalspieler den Ball und brachte diesen an die Oberfläche, womit der Strafstoß erfolgreich abgewehrt war. Damit blieb es beim 0:0. Auch nach der Pause zeigten beide Teams Unterwasserrugby auf höchstem Niveau. Keine Mannschaft ließ dem Gegner eine Torchance, und so ging es nach Ende der regulären 30 Minuten in die Sudden-Death-Verlängerung. Erst nach 13:25 Minuten erlöste Andreas Weißenberger die Bamberger und warf bei einer schönen Einzelaktion das Golden Goal.

Im Endspiel traf der TC auf den Vorjahres-Vizemeister Berlin, der sich im zweiten Halbfinale mit 1:0 gegen Bottrop behauptet hatte. Erneut war der Gegner sehr defensiv eingestellt. Besser noch als die Pößnecker verstanden es die Berliner, ihr Tor trotz lange anhaltender Attacken der offensiven Bamberger zu verteidigen. Im Gegenzug offenbarten die mit Nationalspielern gespickten Hauptstädter ihre große Konterstärke. So war es nicht verwunderlich, dass das erfahrene BUR-Team schnell einen Fehler in der Bamberger Verteidigung zum 1:0 nutzte. Trotz mehrerer guter Angriffe fand der TCB kein passendes Mittel gegen das Berliner Bollwerk. Stattdessen fiel das vorentscheidende 2:0 kurz vor der Pause. Letztlich siegte BUR Berlin mit 3:0 und holte so nach drei Vizemeisterschaften in Folge nun erstmals den Titel.

Für den Tauchclub Bamberg ist der Gewinn des Vizemeisterschaft der Lohn für die starke Jugendarbeit der letzten Jahre. Mit Lukas Tadda (21 Jahre) und Andreas Weißenberger (20), die sich bei dieser DM für den nächsten Sichtungslehrgang des Nationalkaders empfohlen haben, haben zwei junge Akteure wesentlich zum Bamberger Erfolg beigetragen. Auf Grund der schwierigen Trainingssituation ist die Jugendarbeit aber mit hohem Aufwand verbunden. Da dem Tauchclub nur ein 90-minütiges Training im Bamberger Hallenbad am Sonntagmorgen um 7.30 Uhr zugestanden wird, sind die Spieler darauf angewiesen, unter der Woche zum Abendtraining anderer Mannschaften nach Nürnberg oder Würzburg zu fahren, was hohe Fahrtkosten und viel Zeit in Anspruch nimmt.

Bei den deutschen Jungend- und Juniorenmeisterschaften in zwei Wochen ist der TC Bamberg in den Altersklassen U18 und U21 gemeldet.